Aug 20 2010

MTV Home

Grade in diesen Minuten läuft MTV Home von der Gamescom, einer Messe bei der ich auch gern gewesen wäre – leider war es räumlich nicht möglich.
Dabei waren Simon & Buddi (Name garantiert falsch geschrieben), die beide echte Kultfiguren in der Gamerszene sind. Ich mag die beiden verdammt gern,  auch wenn ich die Industrie nur als Zuschauer kenne – ich bin kein klassischer Gamer. Aber mich interessiert das Business.

Interessant fand ich in diesem Zusammenhang, die Frage, welche der Moderator dem Buddi gestellt hat – nämlich “Siehst du hier noch Neuerungen auf der Messe, oder kennst du das alles schon?”
Seine Antwort: “Ja, Neuerungen gibt es, aber nichts von dem, was in der klassischen Presse grade gefeiert wird ist neu”.

Die Presse hat Stunden vorher in allen gleichgeschalteten Nachrichten die gleichen Beiträge über die Gamescom verbreitet (Kabel 1, RTL, Pro7 – alle die gleichen Nachrichten).

Ein kleiner Seitenhieb, der gut angebracht war. Die Massenmedien lügen und lassen Tatsachen verschwinden. In eher unbedeutenden Gebieten – wie hier – wie auch in größeren Bereichen.
Die “Generation MTV” gibt es nicht mehr (zu Recht, denn der Sender spielt auch schon seit langem kaum noch Musik), aber Menschen sollten auch jung sein, wenn sie es lernen. Für diese Generation ist es schon verloren, aber vielleicht werden die kommenden etwas mehr Medienkompetenz beweisen, und den Print- Funk- und Fernsehsendern nicht mehr glauben.


Aug 20 2010

Multi Media Verlag GmbH / U+C Rechtsanwälte

Abgemahnt wird im Serienbrief immer für 650 EUR jeder Filesharer, der den Pornofilm “Hausfrauen 14″ verbreitet.


Aug 15 2010

Man wird misstrauisch

“Der Mann am Ende der Straße spricht nicht viel mit seinen Nachbarn, weil er lieber mit sich allein ist. Er zahlt bar, weil er keine Bankkarte hat, und er lässt seine Vorhänge geschlossen, weil sein Haus an einer Busstrecke liegt. Das muss nichts bedeuten, aber zusammengenommen könnte es dazu führen, dass Sie misstrauisch werden.”

Ich kann mich sehr gut mit dem Mann am Ende der Straße identifizieren.

Spiegel Online


Jul 23 2010

Ebay-Abmahner verurteilt

“Der Westen” berichtet über Anwälte, die Ebay-Händler abmahnten. Ganz guter Artikel, der leider wie alle anderen journalistischen Abhandlungen über das Thema einige wichtige Sachen außer acht lässt:

  • Solche Fälle sind nur die Spitze des Eisbergs, so etwas passiert jeden Tag in Deutschland, wahrscheinlich hundertfach
  • Die Opfer haben keinen Anspruch auf Entschädigung
  • Die Strafe für die Anwälte ist lächerlich niedrig, und für das bisher angehäufte Vermögen durch die Abmahnungen ein reines Gewinngeschäft gewesen.

Der Artikel:

Hagen. Ein Anwalt (47) und ein Notar (63) aus Hagen haben arglose Ebay-Händler abgezockt und dabei mehr als 35.000 Euro Abmahnkosten eingenommen. Jetzt wurden beide Juristen verurteilt.

Die Masche der beiden Juristen aus Hagen, arglose Ebay-Händler abzuzocken, war gewinnträchtig – doch systematisch kriminell. Jetzt haben die beiden Juristen ein ganz großes Problem.

Der 18. Juni 2008 wird als schwarzer Tag in die Geschichte der großen Rechtsanwalts-Kanzlei in der Hagener City eingehen. Morgens um 8.30 Uhr standen unerwartet Ermittler mit Durchsuchungsbeschluss auf der Matte. Bis 13 Uhr waren die Beamten emsig, sie durchwühlten Schränke, Ordner und Akten, schleppten Kartons mit belastenden Unterlagen aus den Büros.

280 Wettbewerbsverstöße

Ins Fadenkreuz von Dr. Holger Schlüter, einem Staatsanwalt mit pingeliger Gründlichkeit, geriet alsbald ein einziger Anwalt der Großkanzlei, der aus dem Stand heraus im Zeitraum von nur drei Monaten stolze 280 Wettbewerbsverstöße kostenpflichtig abgemahnt hatte. Ausschließlich betroffen: Ebay-Verkäufer, denen bei den Versteigerungen im Internet Fehler unterlaufen waren.

Zum Beispiel bei der Widerrufsbelehrung. Der irrtümliche Hinweis „Rückgabe innerhalb nur von vier Wochen“ (anstatt „innerhalb eines Monats“) – schon wurden die Ebay-Händler vom findigen Anwalt zur Kasse gebeten.

Allein von Ende November 2007 bis Anfang Februar 2008 nahm der Advokat gut 35 000 Euro Abmahnkosten ein. Der Jurist brauchte aber, um überhaupt tätig werden zu können, Mandanten, die er als „geschädigte Mitbewerber“ vorschieben konnte. Dazu bediente er sich eines Pärchens aus Fröndenberg, das bei Ebay einen Handel mit Textilien betrieb.

Die Eheleute, die offiziell als „Kläger“ auftraten, waren insgeheim an dem kriminellen Geschäftsmodell beteiligt und bekamen die Hälfte von den eingetriebenen Abmahngebühren. Dazu stellte ein eigens erfundenes „Beratungsbüro für Dienstleistungen“ die Scheinrechnungen aus.

Selbst vor dem Kadi wurde die krumme Masche eiskalt durchgezogen: Vor dem Landgericht Bochum log der Hagener Anwalt, „dass eine Gebührenteilung nicht stattfinde“ (Az. 12 O 80/08).

Nach Aufstand im Internet endete Abmahnterror

Als die Sache schließlich im Internet hochkochte und immer mehr abkassierte Opfer die Großkanzlei anprangerten, endete der Abmahnterror dort abrupt. Geradezu zeitgleich übernahm ein bekannter Notar auf Emst das kriminelle System – und machte mit dem Fröndenberger Paar zu gleichen Bedingungen weiter.

Er verschickte insgesamt 74 Abmahnungen an Ebay-Händler, 29 Mal wurde abkassiert – 11 Mal mit den Eheleuten geteilt (3600 Euro). Auch der Notar log dreist: Vor dem Hagener Landgericht bestritt er eine Gebührenabsprache (Az. 8 O 133/08).

Für den Notar kann es nun brenzlig werden: Er akzeptierte einen Strafbefehl über 12 000 Euro. 120 Tagessätze bedeuten „vorbestraft“, er dürfte sein Notariat verlieren.

Der City-Anwalt ist aus der Großkanzlei ausgeschieden, schluckte 11 Monate auf Bewährung wegen Betruges sowie 7500 Euro Geldbuße. Noch ist fraglich, ob er im Aufsichtsrat eines großen Hagener Sportvereins bleiben darf.

Quelle: http://www.derwesten.de/staedte/hagen/Hagener-Juristen-terrorisieren-Ebay-Haendler-id3244186.html


Jul 23 2010

Rechtsanwalt Stefan Auffenberg

Ein junger Anwalt der sich durch Massenabmahnungen im Abmahngeschäft bereits einen großen Namen erarbeitet hat. Nach dem Studium scheint er die Serienbrief-Funktion bei Word entdeckt zu haben, und verschickt seither Drohbriefe durch die ganze Republik.
Er hat vor allem Filesharer im Visier, die schöne Filme mit Namen wie “Große Titten – Enge Fotzen” oder “Wiesnmuschis Sperma” verbreiten.
Er vertritt dabei folgende Unternehmen:

  • Alamode Filmdistribution OHG
  • Happy Times Productions
  • Info Pictures GmbH
  • Purzel-Video GmbH
  • 3L Licing GmbH & Co KG
  • Elite Film AG
  • e-m-s new media AG

Jul 23 2010

Rechtsanwalt Michael Kuhn / Küchen Schmidt (EnVKV)

Die EnVKV regelt u.a., wie gewisse Elektrogeräte im Handel angepriesen werden sollen. Z.B. muss bei Kühlschränken der Energieverbrauch angegeben sein.
Wenn dies nicht richtig geschieht, mahnt der Rechtsanwalt Michael Kuhn im Auftrag vom feinen Herrn Geschäftsmann Hans-Ulrich Schmidt aus Paderbon ab.
Mal wieder eine sehr fragwürdige Massenabmahnung, bei der die Urheber überhaupt keinen Nachteil durch den Abgemahnten haben. Aber wahrscheinlich teilt sich Hans-Ulrich Schmidt die Umsätze mit Anwalt Kuhn – ansonsten würde er sich wohl kaum die Mühe machen.


Jul 19 2010

Tatort Internet

Ein sehr schöner Blogeintrag zum derzeitigen “Erguss” des Bund der Kriminalbeamten ist hier zu lesen.
Und weil es so schön geschrieben ist, verzichten wir auf jeden weiteren Kommentar zu dem Thema.


Jul 14 2010

map24.de / Navteq GmbH

Die bekannte Abmahnkanzlei Graf von Westphalen Rechtsanwälte mahnt für die Navteq GmbH, die das bekannte Routenplaner-Portal www.map24.de anbietet, ab.

Betroffen sind vor allem Webmaster, die eine Karte auf Map24 kopieren, und auf Ihrer Website veröffentlichen, um zum Beispiel einen Anfahrtsweg zu einem Geschäft zu visualisieren.
Hier wird als Gegenstandswert mal wieder ein netter Betrag von 30.000 EUR angesetzt, wodurch die Anwaltskosten 1005,40 EUR betragen.

Wir können nur immer wieder dazu raten, Produkte von Abmahnfirmen zu boykottieren.


Jul 12 2010

Abmahnungen als Geschäftsmodell

Einige Erläuterungen gibt es verstreut hier im Blog immer wieder zu lesen.
Auf Wikileaks gibt es nur 2 dokumentierte Fälle. Die schätzungsweise tausenden anderen Fälle in Deutschland sind nicht nachweisbar.

Praesentiation der deutschen Anti-Filesharing-Gruppe DigiRights Solutions GmbH aus Darmstadt. Die Praesentation behandelt unter anderem wie die Services der Gruppe zur Generierung von Profit ueber rechtliche Verfahren genutzt werden koennen. Die Praesentation, die bis vor kurzem auf der Website der DigiGroup zu finden war, wurde nach einem Artikel auf Gulli entfernt.

Die Datei gibt einen Einblick in die zweifelhaften Geschaeftspraktiken der DigiGroup und weiterer involvierter Parteien. Das Abmahnungsverfahren, als Instrument zur unbuerokratischen und schnellen Regulierung von zivilrechtlichen Belangen, wird von DigiRight als Moeglichkeit zur Schaffung von Profit vorgestellt. So wird das Abmahnen von Filesharern auf den Seiten 26 und 27 in einer Beispielrechnung als wesentlich lukrativer angepriesen, als der eigentliche Verkauf der Werke. Die Abmahnkosten sollen eigentlich nur der Deckung der Kosten des Abmahners dienen, nicht aber der Schaffung von Gewinnen.

http://wikileaks.org/wiki/DigiRights_Solutions_Praesentation_zur_Gewinnverbesserung_durch_Abmahnungverfahren,_02_February_2009

Titel von Pornofilmen, auf acht Seiten nüchtern notiert, lesen sich sehr, sehr lustig. Doch die Netzwelt lacht derzeit weniger über eine Auflistung von Hardcore-Filmchen als über einen vertraulichen Brief, dem die explizite Liste als Anhang beigefügt war. In dem unterhaltsamen Schreiben, das ein Anonymus auf dem Portal Wikileaks veröffentlicht hat, wendet sich allem Anschein nach der deutsche Rechtsanwalt Udo Kornmeier an einen britischen Kollegen, um ihm ein Geschäftsmodell vorzustellen.

Darin beschreibt der Anwalt detailliert das “Geschäftsmodell Abmahnen”. Die Anwaltskanzleien erhielten 37,5 Prozent der Einnahmen, zu denen der Rechtsverletzer per Abmahnung verdonnert wird. Dem Schreiben nach sind darin auch die Rechtsanwaltskosten enthalten. Der Rechteinhaber dagegen, der die Firma DigiProtect mit der Suche nach Urheberrechtsverletzungen beauftrage, habe keine Kosten.

“Die Kanzlei Kornmeier fordert Anwaltskosten, von denen sie weiß, dass sie nicht entstanden sind”, fasst der Rechtsanwalt Thomas Stadler auf internet-law.de den Fall zusammen. “Dieses Verhalten wird man zivilrechtlich als unerlaubte Handlung qualifizieren können und strafrechtlich als (versuchten) Betrug.” Auch Rechtsanwalt Udo Vetter aus Düsseldorf (lawblog.de) kommentierten den Fall öffentlich. Beide Juristen vertreten Abgemahnte.

Rechtsanwalt Kornmeier war für die SZ für eine Stellungnahme bislang nicht zu erreichen. Dafür sammeln sich im Netz zum Beispiel auf dem Portal

gulli.com wütende Kommentare von Menschen, die Kornmeier als Beweis der Existenz einer Abmahnindustrie sehen; Anwälte also, die illegale Downloads nicht im Namen von Recht und Ordnung abmahnen, sondern im Streben nach Geld und Reichtum.

Sollte Rechtsanwalt Stadler mit seiner Bewertung Recht behalten, wird sich die Kanzlei Kornmeier und Partner wohl bald in eigener Sache verteidigen müssen. Schließlich dürfte es genug Abgemahnte geben, die nur darauf warten, Abmahnanwälte vor Gericht zu sehen – und zwar auf der Anklagebank.

http://wikileaks.org/wiki/Unanst%C3%A4ndiges_Gesch%C3%A4ftsmodell


Jul 5 2010

New Moon – Biss zur Mittagsstunde

Die Kanzlei Diesselhorst, Bente von Lojewski mahnt für die Tele München Fernseh GmbH + Co Filesharer ab, die den Film verbreiten.
Kosten: 506 EUR für die Abmahnung + 300 EUR Schadensersatz.